Samstag, 6. Mai 2017

[Erfahrungsbericht-Rezension] Der letzte Überlebende - Sam Pivnik

Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.03.2017
Verlag : Theiss
ISBN: 9783806234787
Fester Einband 304 Seiten
Sprache: Deutsch
Preis: 19,99€




Heute stelle ich euch „Der letzte Überlebende“ von Sam Pivnik vor.
Anders als üblich kopiere ich den Klappentext in meine Rezension, da ich finde, dass die Beschreibung den Inhalt perfekt beschreibt.

Klappentext:

 Sam Pivnik war 13 Jahre alt, als die Deutschen kamen. Seine Familie lebte in einem oberschlesischen Städtchen. Da brach die Hölle über sie herein. Auschwitz, die Todesmärsche, die Bombardierung der Cap Arcona - unzählige Male entkam der Junge dem Tod.“


Es gibt viele Berichte von KZ-Überlebenden und dazu zählt auch dieses Werk. Anders als manch andere Berichte gehört dieser meiner Meinung nach zu den besten und berührt den Leser sehr – da es sehr schonungslos geschrieben ist.
Sam Pivinik erzählt wie er als Junge den zweiten Weltkrieg erlebt und überlebt hat und das KZ Auschwitz. Der Schreibstil ist sehr flüssig und lässt sich gut lesen, jedoch musste ich immer wieder Pausen einlegen da die Thematik nicht so einfach zu verdauen ist und ich Pausen gebraucht habe um das gelesene auf mich wirken lassen zu können.
Es sind Bilder enthalten, die dem Leser zusätzlich helfen, sich das geschriebene vor Augen zu führen. Der Inhalt ist grausam und schonungslos und dennoch denke ich, dass jeder dieses Buch gelesen haben sollte. Es ist wichtig sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, besonders weil es mittlerweile nicht mehr so viele Überlebende gibt, die von ihrer Zeit im KZ berichten können. Lange Zeit hat Sam Pivnik über seine Jugendjahre geschwiegen, weil er es nicht geschafft hat darüber zu berichten.
Für unsere Generation ist es unvorstellbar wie Menschen so grausam sein können
.

Dr. Mengele, ein Name dem hoffentlich jedem etwas sagt, ist Sam in Auschwitz begegnet und diese Passagen haben mich wirklich schaudern lassen. Grausamkeit kann viele Namen haben und einer davon ist definitiv Dr. Josef Mengele, der unverständlicherweise ins Exil fliehen konnte und erst 1979 verstorben ist.
Neben dem KZ-Aufenthalt schildert Pivnik von der Zeit danach und wie es für ihn war, frei zu kommen. Auch die Gründung Israels spielt in seinem Leben eine Rolle und es ist bewundernswert, wie dieser Mann es geschafft hat, solch grausamen Erlebnisse niederzuschreiben oder niederschreiben zulassen und seine Vergangenheit erneut durchlebt.
Keine leichte Kost und dennoch so lesenswert und berührend.