Sonntag, 13. Mai 2018

[Rezension] Als der Himmel uns gehörte - Charlotte Roth



01.04.2015¦ Knaur¦ 608 Seiten  ¦ TB ¦ deutsch¦ 9,99€  ¦Olympia¦ historisch¦



London 2011. Jennifer liebt das Laufen am liebsten lange Strecken. Ohne das Laufen fühlt sie sich nicht wohl und dennoch ist sie sich selbst ihr ärgster Feind. Denn immer dann, wenn sie an einem Wettbewerb teilnehmen möchte, versagen ihre Beine. Sie hätte das Potenzial an Olympia teilzunehmen, wenn sie sich nicht selbst immer im Weg stehen würde.
Sie ist kurz davor ihren Traum von Olympia aufzugeben.
Eines Tages, als sie wie üblich trainiert, begegnet sie einem jungen Mann, einem Iren, der sich ihrer annehmen möchte. Als sie von ihm erfährt, dass sie nicht die erste Frau in ihrer Familie ist, die das Talent für die Olympischen Spiele hat, kommt sie ins Grübeln.


Schon ihre Großmutter Alberta war eine begabte Sportlerin, die in der Disziplin Bogenschießen an den Spielen teilnehmen wollte und zwar im Jahr 1936 in München.
Aber die liebt nicht nur ihren Bogen, sondern auch ist auch leidenschaftliche Pferdenärrin und begabte Bogenschützin. Sie ist auf dem Weg eine der Besten zu werden.
Auf ihrem Weg begegnet sie zwei Männern, dem Engländer James und einem Deutschen Hannes, die ihr Leben für immer verändern werden.
Doch der Krieg wird alles verändern, nicht nur sie, sondern auch den Sport und die ganze Welt.

„Als der Himmel uns gehörte“ ist ein Roman über eine Familie und die Liebe zum Sport.
Wir begleiten Jennifer im Jahre 2011 und ihre Großmutter als sie ein junges Mädchen war.
Leider habe ich mir mehr über den Sport von Alberta zu lesen gewünscht, stattdessen wurde der Pferdesport der beiden jungen Männer, die sie kennenlernt weitaus mehr thematisiert.
Das war für mich sehr unerwartet.
Die Autorin erzählt auf verschiedenen Zeitebenen, die inhaltlich miteinander verknüpft sind. Dadurch entsteht ein mitreißender Sog und der Leser fliegt nur so durch die Seiten.
Albertas Geschichte konnte mich mehr begeistern, als die Geschichte von Jennifer.
Als junges und mutiges Mädchen konnte sie mich mit ihrem Charakter überzeugen – auch ihr Herz ist unglaublich groß, was sich in ihren Handlungen und Gedankengängen widerspiegelt.
Wir begleiten Alberta einen Abschnitt in ihrem Leben und wie sie sich in Zeiten des Krieges weiterentwickelt, aber nicht nur sie, sondern auch James und Hannes, der Albertas erste große Liebe ist.
Wie bereits erwähnt, erfahren wir sehr viel über die Historie des Reitsports, leider weniger über das Bogenschießen (was vielleicht daran liegt, dass es zu dem Zeitpunkt noch kein Bogenschießen bei Olympia für Frauen gab, was die Autorin in ihrem Vorwort erwähnt, ebenso warum sie diesen Sport für ihren Roman verwendet hat). Dafür habe ich sehr viel über die olympischen Spiele im Allgemeinen erfahren und was der Krieg damit gemacht hat.
Über den zweiten Weltkrieg wissen wir mittlerweile sehr viel, weniger aber was es mit Kulturgütern, wie beispielsweise dem Sport gemacht und wie es sich auf das Heute in den Bereichen auswirkt.

„Als der Himmel uns gehörte“ bekommt von mir eine klare Leseempfehlung. Es war spannend, die Charaktere waren großartig ausgearbeitet und ich mochte die Verbindung zwischen dem Heute und dem Damals und dem Sport und Krieg.
Jedoch muss der Leser sich darauf einstellen, dass die beiden Herren, James und Hannes mitsamt dem Reitsport einen großen Teil des Romans ausmachen.