Samstag, 11. März 2017

[Rezension] In jedem Augenblick unseres Lebens - Tom Malmquist

Erscheinungsdatum Erstausgabe : 11.03.2017
Verlag : Klett-Cotta
ISBN: 9783608983128
Fester Einband 301 Seiten
Sprache: Deutsch
Preis: 20,00 €

Ein Roman, der eine wahre Geschichte enthält.
Dieses Buch wird als Roman deklariert, ist aber die Geschichte des Autors Tom Malmquist.
Sie beginnt im Krankenhaus, als seine schwangere Lebensgefährtin Karin mit einer akuten Leukämie eingeliefert wird.  Bis zur Geburt sind es noch mehr als 6 Wochen, doch die kleine Tochter, wird vorzeitig per Kaiserschnitt geholt.  Tom bangt um seine geliebte Karin, mit der er seit mittlerweile zehn Jahren zusammen ist.
Das Buch ist in 5 Abschnitte gegliedert und grenzt sich nicht durch Kapitel ab. Der erste Abschnitt handelt ausschließlich im Krankenhaus. Die nächsten Abschnitte spielen mal vor der Erkrankung und mal in der Zeit, als Tom mit seiner Tochter wieder zu Hause ist.
Der Schreibstil ist typisch skandinavisch, kurze und präzise Sätze. Ich kann verstehen, dass nicht jeder Leser damit klar kommt, aber mir gefällt der Stil sehr gut. Wörtliche Rede wird nicht durch Satzzeichen gekennzeichnet, sondern wird im Fließtext untergebracht. Zunächst hatte ich damit Schwierigkeiten, weil ich nicht immer wusste, wer was gesagt hat. Aber das Problem hat sich relativ schnell gelegt und ist mir im weiteren Leseverlauf nicht weiter aufgefallen.
Der erste Abschnitt im Krankenhaus ging mir ziemlich an die Nieren. Ich habe so sehr mitgelitten, geweint und gehofft.  Der Schreibstil basiert nicht auf emotionaler Nähe zu den Charakteren, sondern wirkt eher etwas distanziert. Was bei solch einem schweren Thema vermutlich gar nicht anders geht, besonders weil der Autor autobiographische Erlebnisse in diesem Werk verarbeitet.
Es ist kein Buch, was Mitleid erregen will, aber dennoch ist die ein oder andere Träne bei mir geflossen. Ich habe nicht erwartet, dass es Passagen aus Karins und Toms gemeinsamer Vergangenheit vor dem Krankenhaus gibt, war aber positiv überrascht. Auch die Reihenfolge, dass diese Abschnitte erst nach dem Krankenhaus und danach immer wieder eingeworfen werden, fand ich sehr gelungen und mit der Zeit erfährt der Leser mehr über das Paar und die gemeinsame Zeit die Tom mit seiner kleinen Tochter Livia verbringt.
Dieses Werk musste ich immer mal wieder aus der Hand legen, weil es doch sehr schwere Kost ist- aber ich bin mir sicher, dass es lange in meinem Bücherregal stehen darf, da es mich doch von sich überzeugen konnte und es sehr außergewöhnlich ist.