Sonntag, 13. September 2015

Als die Soldaten kamen






  • Titel: Als die Soldaten kamen
  • Autorin: Miriam Gebhardt
  • Verlag : DVA
  • ISBN: 9783421046338
  • Fester Einband 350 Seiten 
  • Preis: gebundene Ausgabe 21,99€
  •  Sprache: Deutsch




Der Klappentext:


Die verdrängten Verbrechen am Ende des Krieges
Die Soldaten, die am Ende des Zweiten Weltkriegs Deutschland von der nationalsozialistischen Herrschaft befreiten, brachten für viele Frauen neues Leid. Zahllose Mädchen und Frauen (und auch etliche Männer) wurden Opfer sexueller Gewalt, überall im Land.
Denn entgegen der weit verbreiteten Vorstellung wurden nicht nur »die Russen« zu Tätern, sondern auch Amerikaner, Franzosen und Briten. Auf Basis vieler neuer Quellen umreißt Miriam Gebhardt erstmals historisch fundiert das Ausmaß der Gewalt bei Kriegsende und in der Besatzungszeit. Zugleich beschreibt sie eindrücklich, wie die vergewaltigten Frauen in späteren Jahren immer wieder zu Opfern wurden: von Ärzten, die Abtreibungen willkürlich befürworteten oder ablehnten, von Sozialfürsorgern, die Schwangere in Heime steckten, von Juristen, die Entschädigungen verweigerten. Und nicht zuletzt von einer Gesellschaft, die bis in unsere Tage die massenhaft verübten Verbrechen am liebsten beschweigen und verdrängen würde.
Quelle: http://www.randomhouse.de/Buch/Als-die-Soldaten-kamen/Miriam-Gebhardt/e449923.rhd

Meine Meinung:
Die Historikerin und Autorin Miriam Gebhard geht sehr offen mit dem Thema um. Sehr interessant fand ich, wie sie zu Beginn des Buches beschrieben hat wie sie die Zahl der Opfer ermittelt hat und wie sie mit bereits veröffentlichten Statistiken zu diesem Thema umgeht und diese behandelt.  Das fand ich sehr persönlich total wichtig, da bei solchen Themen die Recherche eine wichtige Rolle spielt und wenn offen gelegt wird wie Informationen gesammelt worden sind und Zahlen bzw. Statistiken entstanden sind, wird das Thema einfach glaubwürdiger rübergebracht.
Ich finde sie  beschreibt die Vorgänge relativ distanziert und fachlich, was bei diesem schwierigen Thema vermutlich auch angebracht ist.
Beim Lesen bin ich immer wieder zusammen gezuckt, da ich mich mit dieser Thematik des 2. Weltkrieges bzw. der Nachkriegszeit noch nie beschäftigt habe und mich echt ziemlich schockiert hat.
zwischendurch musste ich es immer wieder bei Seite legen da es mich einfach sehr getroffen hat. Auch wenn die Zeit vorbei ist, werden Vergewaltigungen in Kriegszeiten und Nachkriegszeiten niemals an Aktualität verlieren.
Das Buch ist sehr zu empfehlen. Allerdings empfehle ich zartbesaiteten Menschen es eventuell nicht zu lesen, da es schon ziemlich brutal ist. Die Vorstellung wie Menschen so sein können ist wirklich gruselig.

Wertung: ****(4von5)