Freitag, 25. Dezember 2015

[Rezension] Ungläubiges Staunen - Navid Kermani





Was geschieht, wenn einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller, der selbst ein Muslim ist, sich in die christliche Bildwelt versenkt? Navid Kermani sieht staunend eine Religion voller Opfer und Klage, Liebe und Wunder, unvernünftig und abgründig, zutiefst menschlich und göttlich: ein Christentum, von dem Christen in dieser Ernsthaftigkeit, Kühnheit und auch Begeisterung nur noch selten sprechen. Es ist ein Wagnis: Offenen Herzens, mit einer geradezu kindlichen Neugier steht Navid Kermani vor den großen und vor unbekannten Werken der christlichen Kunst. Und es wird zum Geschenk: Denn seine berückend geschriebenen Meditationen geben dem Christentum den Schrecken und die Schönheit zurück. Kermani hadert mit dem Kreuz, verliebt sich in den Blick der Maria, erlebt die orthodoxe Messe und ermisst die Größe des heiligen Franziskus. Er lehrt uns, in den Bildern alter Meister wie Botticelli, Caravaggio oder Rembrandt auch die Fragen unserer heutigen Existenz zu erkennen – mit klarem Blick für die wesentlichen Details und die untergründigen Bezüge auch zu entfernt scheinenden Welten, zur deutschen Literatur, zum mystischen Islam und selbst zur modernen Heilgymnastik. Seine poetische Schule des Sehens macht süchtig: süchtig nach diesem speziellen Blick auf das Christentum und sehnsüchtig danach, selbst so sehen zu können.Quelle: Lovelybooks.de


Ich hab mich für das Buch entschieden, weil zeitnah ein Lesung in meiner Stadt stattgefunden hat , und mein Buchhändler dieses Buch als Empfehlung deklariert hat.
Ich hatte viel Spaß beim Lesen. Abgesehen vom interessanten Inhalt finde ich das Cover echt sehr gelungen und macht sich gut in jedem Bücherregal. Kermani geht an die Kunstwerke und an das Christentum ran wie kein anderer. Bisher hab ich kein anderes Werk gelesen, dass annähernd an dieses Thema rankommt und so viel Spaß beim lesen gemacht hat. Es ist ein tolles Sachbuch mit tollen Bildern. Die Einschübe zum Thema IS halte ich persönlich für überflüssig, das sie mir sehr gezwungen vorgekommen sind. Allerdings ist dies ein aktuelles Thema was die Weltreligionen Islam und Christentum betrifft, was jeden beschäftigen sollte, so auch dem preisträger Navid Kerami.