Freitag, 7. April 2017

[Rezension] Unsterblich - Jens Lubbadeh

Erscheinungsdatum Erstausgabe : 11.07.2016
  Verlag : Heyne
ISBN: 9783453317314
Flexibler Einband 400 Seiten
Sprache: Deutsch 
Preis: 14,99€ 




Wir befinden uns im Jahre 2040. Der Konzern „Immortality“ herrscht über die Welt.  Dieses Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, Menschen nach ihrem Tod unsterblich zu machen.  Überall auf der Welt befinden sich „Ewige“, virtuelle Klone von bereits verstorbenen Menschen. Zusätzlich zu den „Ewigen“ hat jeder lebende Mensch einen „Avatar“, damit kann jeder an verschiede Orte reisen und gleichzeitig an zwei verschieden Orten  sein.
Als eines Tages ein Ewiger verschwindet, kommen Zweifel an der Unsterblichkeit der Menschen auf. Und ausgerechnet ist es eine bekannte Persönlichkeit, Marlene Dietrich, dessen biologischer Körper bereits vor langer Zeit gestorben ist…

Ich habe mich auf einen intelligenten Science Fiction Roman gefreut, der dystopische Züge enthält. Und genau das bekommen hier von Jens Lubbadeh geboten. Leider ist diese Dystopie nicht so düster wie man es vielleicht erwartet hat aber dennoch hat mich die Vorstellung über ein Leben, wie die Menschen es in 2040 hier führen, sehr erschrocken.
Lubbadeh hat es geschafft die Gefahr sehr subtil darzustellen und immer wieder kurz durchblitzen zu lassen. An manchen Stellen habe ich an dem Setting gezweifelt, da die Technologie sehr weit fortgeschritten ist aber dennoch Computer, wie wir sie kennen verwendet werden. An diesen Stellen habe ich mich immer wieder gefragt, ob das an der Übersetzung lag oder einfach nicht gut  durchdacht worden ist. Es gibt natürlich in dieser Welt Technologien, die es definitiv so nicht gibt und doch fand ich sie nicht immer ganz überzeugend.
Die Charaktere waren mir leider zu stereotypisch. Sowohl Benjamin Kari, der Protagonist, die Journalistin Eva, mit der er sich im Laufe der Geschichte zusammen tut und die Mitarbeiter des Konzerns. Auch der Hacker, der psychisch labil ist und dennoch alles, und wirklich alles kann – ein echtes Wunderkind“ war mehr ein Stereotyp als ein innovativer, gut ausgearbeiteter Charakter. Dennoch mochte ich letzteren von allen Charakteren am liebsten. Kaum einer der Personen entwickelt sich großartig weiter, außer Kari, der seine Sichtweise auf die Dinge ändert. Aber ansonsten kann jede Person in die Kategorie „Gut“ und „Böse“ eingeordnet werden ,etwas dazwischen gibt es leider so gut wie gar nicht.
Auch Marlene Dietrich, von der der Leser mehr Auftritte erwartet hat, kam mir irgendwie fehl am Platz vor und ich hab mich immer wieder gefragt, warum diese berühmte  Persönlichkeit gewählt worden ist für diesen Roman. An sich fand ich die Idee grandios aber leider nicht so befriedigend wie ich es mir erwünscht habe. Das Thema „Virtual Reality“ hat in dieser Welt ein tolles Setting bekommen, was mir leider etwas zu wenig ausgearbeitet war- dennoch hatte ich Spaß beim Lesen auch wenn ich meine Kritikpunkte habe.