Samstag, 13. Januar 2018

[Rezension] Vergessene Kinder - Luna Darko




16.03.2017 ¦ Community Editions¦ 192 Seiten ¦ TB ¦  Deutsch ¦ 12,00€  ¦Roman ¦ Jugend

Vorab ersteinmal der Klappentext. Normalerweise verwende ich keine Klappentexte in meinen Rezensionen, sondern fasse kurz den Inhalt mit meinen eigenen Worten zusammen. Aber hier ist es notwendig, um meine Kritik verstehen zu können.

Klappentext:Pias Entschluss steht fest: In der Nacht vor ihrem 18. Geburtstag wird sie ihrem besten Freund Momo folgen und sich umbringen. Man kann ja doch nur die Farbe der Scheiße ändern, in der man sitzt.
Doch dann lernt sie Tom kennen, der so ganz anders ist als alle anderen, die sich bloß an Oberflächlichkeiten festklammern; und sie fangen an zu reden – über das Leben, übers Sterben, über ihre verloren gegangenen Träume. Und zum ersten Mal überhaupt hat Pia das Gefühl, sich nicht verstellen zu müssen, einfach sie selbst sein zu können. Aber wer ist sie überhaupt? Hat sie sich nicht schon lange verloren hinter ihrer undurchdringlichen Fassade?

Als ich den Klappentext gelesen habe, fand ich ihn ganz ansprechend und habe mich auf eine tiefgründige (soweit es in einem so kurzen Büchlein möglich ist) gefreut.
Aber Momo wird in dem Buch nichz öfter als drei Mal erwähnt und der Selbstmord von ihm bleibt nur eine kleine Randnotiz. 
Was wir bekommen sind Teenager die sich ständig mit Drogen zudröhnen in Selbstmitleid suhlen, anderen Menschen Unwissenheit über die Welt vorwerfen und auf Bildung nichts geben.
Ach und nebenbei haben sie sooo viel zu tun indem sie ihre Gedanken auf Papier bringen.
Wenn ich gewusst hätte, dass sich das Buch wie eine Drogentip lesen lässt (nicht auf die interessante Weise) sondern auf eine Art und Weise wie es in keinem Buch sein sollte. Drogen werden als selbstverständlich dargestellt, auch wenn Tom, einer der Protagonisten kurz darüber nachdenkt, dass der Drogenkonsum von der Protagonistin Pia vielleicht etwas zu extrem ist und selbst den ganzen Tag damit verbringt in seiner Bude zu hocken und zu kiffen.  Sehr fragwürdig.
[Es folgen eventuell Spoiler]

"Ich nutze das ganze ganz anders für mich. Bewusstseinserweiternd, nicht einschränkend. Ich bin außerdem nicht süchtig." (S.133)
"Bisschen Drugs gönnen, schln und gut, die ist völlig durchgedreht und sollte von dem ganzen Zeug echt mal die Finger lassen" (S.145)
Sowas sagt jemand, der den ganzen Tag nichts anderes macht als Gras rauchen, nicht das Haus verlässt und die Schule schmeist. Sehr toll. Und nachdem er kurz mal anmerkt wie sehr Pia wegen den Drogen durchdreht und meint sie solle die Finger davon lassen, beschließen sie LSD zu nehmen.
Bitte was? Der Umgang mit Drogen wird verherrlicht und in keiner Weise irgendwie kritisiert.
Zudem reden die Protagonisten die meiste Zeit pseudophilosophisch daher als hätten sie  die Weisheit mit Löffeln gefressen.  Manchmal habe ich den Protagonisten zugestimmt, aber meist waren die Gedanken doch zu unreflektiert um diese wirklich ernst zu nehmen, zudem haben sie sich ständig wiederholt.
Pia glaubt in Tom und seinem Bruder Finn ihre Lebensretter gefunden zu haben. Doch was machen sie? Außer Drogen nehmen, nichts.
Ich habe die ganze Zeit auf eine Botschaft gewartet oder wenigstens ein Ende mit dem ich leben kann.
Doch das Ende hat mich hysterisch auflachen lassen.
SPOILER: Alle drei schmeißen die Schule,  sie nehmen an Pias 18. Geburtstag Acid. Pia bekommt von ihrem Vater ihr Sparbuch ausgehändigt und darauf hin wollen die drei irgendwohin abhauen.
Was ist das für ein Ende???

Für die Story hätte ich gerne nur einen Stern geben wollen, doch die Aufmachung des Buches war liebevoll (von der Autorin) gestaltet und hat das Buch (trotz s*** Geschichte) zu einem kleinen Erlebnis gemacht. Dementsprechend vergebe ich zwei Sterne.
Schade. Der Klappenetext hat so viel versprochen.
Die Autorin hat die Geschichte mit 16 geschrieben (merkt man) und erst Jahre später überarbeitet und veröffentlicht.

(Kurze Anmerkung: Ich kenne Luna Darko als Youtuberin nicht, ich habe nur das Buch gelesen und dementsprechend soll meine Kritik nicht als Angriff auf die Autorin verstanden werden)

                    Fazit: FLOP. Ich kann für dieses Buch definitiv keine Empfehlung aussprechen.     
                                                          2 Sterne von mir bekommt es.