Samstag, 17. Februar 2018

[Hörbuch Rezension] Extrem laut und unglaublich nah - Jonathan Safran Foer



19.01.2012¦ Argon ¦ 451 Minuten¦ HB¦  Deutsch ¦ 12,95€  ¦Roman ¦ Contemporary
¦Extremly loud and incredeibly close
→ verfügbar auf Spotify

Der neunjährige Oskar Schell bezeichnet sich selbst als Erfinder, Schmuckdesigner und Tamburinspieler. Zudem ist er altklug, hochbegabt und phantasievoll.
Doch vorallem sucht er Antworten auf Fragen, Fragen die ihn sein Vater nicht beantworten kann.
Denn er ist bei 9/11 um Leben gekommen und hat seine Frau und seinen Sohn hinterlassen.
Zwei Jahre nach dem Anschlag auf dasWorld Trade Center in New York will Oskar herausfinden warum sein Vater Thomas Schell an besagtem Tag sich dort aufgehalten hat.
Oskar findet einen Schlüssel, der in einem Umschlag steckt auf dem "Black" steht. Er erhofft sich durch diesen Hinweis Antworten zu finden.
Aber auch die Geschichte der Großeltern spielt eine Rolle.
Oskars Großmutter hat Bombenanschläge in Dresden überlebt und ist in die USA geflohen, als sie mit Oskars Vater Thomas schwanger war hat der Großvater sie verlassen. Nicht nur Oskar hat seinen Vater verloren, auch die Großmutter hat ihren Sohn verloren.
Beide Geschichten handeln von Trauer und Trauerbewältigung.

Ich habe diese Geschichte als (gekürzte) Hörbuchfassung gehört.
Der Sprecher hat mir ausgesprochen gut gefallen und die Stimme hat meiner Meinung nach sehr gut zu der Geschichte gepasst.
Oskar ist ein kleiner Junge der sehr besonders ist. Er ist anders als andere Kinder und hat so seine Eigenarten. So nutzt er beispielsweise keine öffentlichen Verkehrmittel und muss auf seiner Suche nach Antworten zu Fuß durch New York marschieren. Auf seiner Suche begegnet Oskar vielen verschiedenen Menschen, deren Geschichte ebenfalls erzählt wird. Wir lernen unterschiedlichste Charaktere kennen die ich mal mehr mal weniger ins Herz geschlossen habe.
Aber nicht nur mich haben ihre Geschichten zum Nachdenken gebracht, sondern auch Oskar, der lernt die Welt besser zu verstehen. "Extrem laut und unglablich nah" ist ein perfekter Titel für die Geschichte, denn genau so fühl es sich für Oskar an.  Für ihn ist alles zu laut und zu nah. Er hat Probleme sich in der Welt zurecht zufinden, überwindet aber seine Angst um seinem verstorbenen Vater ein Stück näher zu sein.
Eine tolle und gefühlvolle Geschichte, die durch verschiedene Erzählperspektiven und Zeitebenen manchmal leider etwas undurchsichtig und verwirrend erscheint.
Dennoch hat es mir Spaß bereitet das Hörbuch zu hören und dem kleinen Oskar auf seinem Weg zu folgen. Ich habe mitgefiebert, geschmunzelt und ab und zu ein Tränchen verdrücken müssen.